Joshua Tree Nationalpark – Sehenswürdigkeiten und Tipps

23. März 2020

Der Joshua Tree Nationalpark war das letzte Highlight unserer Kalifornienrundreise. Endlich ein Ort, an dem es richtig warm war! Seinen Namen hat dieser Nationalpark von den dort wachsenden Bäumen, deren Form die ersten Siedler (Mormonen) an den biblischen Propheten Josua mit ausgestreckten Armen in der Wüste erinnerte. Dafür braucht man zwar etwas Phantasie, aber warum nicht.

Ausgangspunkt und Unterkunft

Der sehr beliebte Joshua Tree Nationalpark ist nur etwa 2 Stunden von Los Angeles entfernt und ca. 1 Stunde von Palm Springs. Wir haben den Joshua Tree Nationalpark daher mit einem Aufenthalt in Palm Springs verbunden, über den wir ja bereits im zweiten Teil unseres Roadtrip entlang der Pazifikküste berichtet haben. Von hier aus haben wir an 2 Tagen Touren in den Park unternommen. Man kann natürlich auch im Park bzw. näher am Park unterkommen, aber Palm Springs hat uns so gut gefallen, dass wir da auch gar nicht mehr weg wollten. Im Park selbst gibt es leider keine Unterkünfte außer ein paar Campgrounds.

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Der Joshua Tree Nationalpark ist über ingesamt drei Eingänge erreichbar: Über den Haupteingang im Norden (Twentynine Palms), den Westeingang (Joshua Tree Village) und den Südeingang (Cottonwood Springs). Der Eintritt für den Joshua Tree Nationalpark ist im „America The Beautiful Pass“ inbegriffen. Die Anschaffung lohnt sich wirklich, wenn Ihr mehr als einen Park auf Eurer Reise besucht. Eine Liste, in welchen Parks der Pass gilt, findet Ihr hier. Ansonsten werden pro PKW $30 fällig. Der Preis gilt für 7 aufeinander folgende Tage.

Reisezeit

Der Joshua Tree Nationalpark ist im Sommer extrem heiß – die besten Reisezeiten sind daher alle außer dem Sommer. Wir waren Ende Mai dort und die Temperatur betrug ca. 30° Celsius, was wir als sehr angenehm empfanden (wir hatten vorher an der Westküste nur 18°-20° Celsius und genug vom Frieren). Aber auch bei 30° Celsius braucht man genug Wasser und Sonnenschutz, sobald man ein wenig herumwandern und nicht nur Auto fahren möchte. Ab Juni klettern die Temperaturen schnell auf über 40° Celsius, so dass man körperlich anstrengende Aktivitäten in die Abend- oder Morgenstunden verlagern sollte (es kam leider schon vor, dass Touristen infolge eines Hitzschlags im Park verstorben sind).
Zur Umgebung des Nationalparks sollte man Folgendes wissen:

Der Park besteht aus zwei unterschiedlichen Landschaften, die im Wesentlichen durch die Mojave-Wüste im Nordwesten und die Colorado-Wüste im Südosten geprägt sind. Die Mohave-Wüste liegt über 900m über dem Meeresspiegel und soll tendenziell kühler sein als die tiefer liegende Colorado-Wüste. Wenn man durch den Park fährt, kann man den Übergang ganz gut anhand der Vegetation erkennen. Charakteristisch für die Mohave-Wüste sind die Joshua-Trees und für die Colorado-Wüste die Ocotillos und Cholla Kakteen – dazu gleich mehr.

Mojave-Wüste (Nordwesten)

Im Nordwesten findet man also die berühmten Joshua Trees und bizarre Felsformationen. Wenn man wenig Zeit hat und wirklich nur die Joshua Trees bewundern möchte, kann man sich auf die Strecke zwischen dem Westeingang und dem Nordeingang beschränken, wobei wir die schönsten Bäume mehr in Richtung Westeingang gefunden haben. Westlich bzw. nördlich des Parks ist die Infrastruktur gut ausgebaut, man kommt durch kleine Orte, die vor allem vom Tourismus leben und kann sich dort in den Supermärkten mit allem eindecken, was man braucht.

Joshua Trees

Die Pflanze, nach welcher der Nationalpark benannt ist, heißt auf deutsch Josua-Palmlilie. Sie wird bis zu 15 m hoch und einige geschützte Exemplare bringen es auf 900 Jahre. Da in der Wüste alles sehr langsam wächst, war die amerikanische Öffentlichkeit extrem geschockt, als während des letzten “government shutdowns” Vandalen mit allradbetriebenen Geländewagen quer durch die Wüste fuhren und ein paar der jahrhundertealten Baume fällten.

Joshua Tree Nationalpark

Colorado-Wüste (Südosten)

Im Südosten liegt die Colorado-Wüste, und Wüste ist auch so gemeint. Nähert man sich dem Park von Süden aus kommend (South entrance), ist die Infrastruktur gleich Null. War uns so nicht klar, wir dachten, dass man auf der Fahrt irgendwo vor dem Park in einer Örtchen anhalten und sich mit Getränken und Sandwiches versorgen könnte. Es gab meilenweit kein Örtchen oder auch nur eine Tankstelle.
An der South entrance konnte man immerhin seine Wasserflaschen auffüllen und Beef Jerky bzw. eine Art Müsliriegel kaufen. Das war es dann. Ich will nicht in Details gehen, aber ich bin einer der Menschen, die hangry werden können. Insofern war das kein guter Start und ich muss mich bei meinem Mann für alles entschuldigen, was ich gesagt habe, als ich den nahenden Hungertod vor Augen hatte.

Ocotillo-Pflanzen

Im Süden des Nationalparks ist an vielen Stellen die Ocotillo-Pflanze zu finden, ein Wüstenstrauch, der es auf eine stattliche Höhe von bis zu 6 Metern bringen kann. Ocotillos können 60 Jahre und mehr alt werden, was für einen Strauch in der Wüste keine schlechte Leistung ist. Mancherorts gab man der Pflanze auch den poetischen Namen “Jacob’s Staff” und “Flaming Sword”. Passt also wunderbar zum Joshua Tree Nationalpark.

Cholla Cactus Garden

Fährt man vom Nordeingang des Parks ca. 20 km nach Süden, kommt man automatisch an einen Ort, der Cholla Cactus Garden heißt. Dort wachsen die sogenannten Teddybär Chollas. Der Name täuscht und die Cholla-Kakteen sind alles andere als kuschelig, auch wenn sie von Weitem und im warmen Nachmittagslicht irgendwie schon flauschig aussehen. Diese Kakteen reagieren äusserst empfindlich auf die kleinste Berührung und schießen ihre Stacheln sogar ab, wenn man ihnen zu schnell und zu nahe kommt (daher auch die Bezeichnung “The Jumping Cactus”). Es finden sich überall Hinweise, dass man kleine Kinder und Hunde nicht durch den Cholla Cactus Garden laufen lassen sollte. Und am Eingang erinnert ein bereit liegendes Erste-Hilfe-Set daran, dass der eine oder andere von dem Rundweg durch den Cholla Cactus Garden eine stechendes Andenken mitgenommen hat.

Wanderungen

Wir sind u.a. zum Barker Dam gewandert bzw. spaziert. Der Barker Dam ist ein kleines Wasserreservoir, den die Siedler um das Jahr 1900 für ihr Vieh angelegt hatten. Im Mai war der Wasserstand schon recht niedrig, aber selbst dann war er doch überraschend, inmitten der Felsen und blühenden Kakteen etwas Wasser vorzufinden.

Fährt man im Park die von Westen nach Osten führende Hauptstraße (Park Boulevard) entlang, kommt man automatisch an einer auffälligen Felsformation vorbei, dem Skull Rock. Hat man den richtigen Winkel erst einmal gefunden, sieht dieser tatsächlich einem riesigen Schädel sehr ähnlich. Wer sich die Beine vertreten möchte, kann sich hier auf eine kleine Wanderung (2,7 km) machen und den Skull Rock Nature Trail erkunden. Der Wanderweg beginnt gegenüber dem Eingang zum Jumbo Rocks Campground.

 Joshua Tree

Von Palm Springs aus sind wir wieder zurück nach San Diego gefahren, wo wir nach einer Übernachtung dann auch schon Richtung New York geflogen sind. Erfreulicherweise wurde es dann auch dort merklich wärmer.

Wir hoffen Euch hat unsere kleine Rundreise gefallen. Habt Ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen? Wir freuen uns auf Euren Kommentar.

Zuletzt aktualisiert am 23. März 2020 von Christian

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