Florida – Roadtrip durch den Sunshine State (Teil III)

27. Juli 2017

Everglades National Park

Nach unserem Trip auf die Keys ging es für uns endlich in den Everglades National Park. Darauf haben wir uns wirklich schon sehr lange gefreut, denn er ist ein absolutes Paradies für begeisterte Tierfotografen. Es ist schier unglaublich, wie unerschrocken die Tiere dort sind. Zu unserem großen Glück konnten wir auch wieder zur „Breeding Time“ hierher reisen, um die Vögel mit ihren Jungtieren zu beobachten.

Willkommen im Everglades National Park
Willkommen im Everglades National Park

Die Everglades liegen als tropisches Marschland im Süden von Florida. Nur ein relativ kleiner Teil der Everglades ist auch als „Everglades National Park“ geschützt und gehört zum UNESCO-Welterbe. Er erstreckt sich allein auf etwa 20 Prozent der Fläche der ursprünglichen Feuchtgebiete.

In den Everglades findet man die größte subtropische Wildnis der USA, denn die Landschaft besteht nicht nur aus einem riesengroßen Sumpfgebiet und Mangrovenwälder, sondern auch aus Graslandschaften.

Trotzdem sind viele der Pflanzen und Tiere heutzutage vom Aussterben bedroht, denn wegen der viel zu schnell wachsenden Stadt Miami und dem somit steigenden Wasserbedarf wird den Everglades immer mehr Wasser entzogen. Auch nicht einheimische Pflanzen, die ins Ökosystem der Everglades eingedrungen sind, bedrohen das Ökosystem. Eine weitere Bedrohung für das Ökosystem sind Tigerpythons, die vor geschützten Tierarten nicht halt machen. Diese Schlangenspezies stammt aus Südostasien und wird bis zu 5m lang. Es wird geschätzt, dass zwischen 30.000 und 300.000 Exemplare in den Everglades leben. Vermutlich ist das Pythonproblem darauf zurückzuführen, dass Tierhalter irgendwann ein paar Tigerpythons ausgesetzt haben, weil ihnen die Haltung der Tiere zu unbequem wurde. Da die Tigerpythons sich tagsüber gut verstecken, sind sie auch für geübte Ranger nur schwer auffindbar. Es gibt aber eine neue Waffe im Kampf gegen die invasiven Schlangen: Ein Forscher der University of Florida hat 2 Jäger des Irula-Stammes aus Südindien in die Everglades eingeladen. Der Irula-Stamm ist für seine Schlangenjäger bekannt. In nur vier Wochen haben die beiden 30 Pythons aufgespürt. Zum Vergleich: 1000 erfahrene Jäger haben innerhalb eines Jahres nur etwa 100 Tigerpythons fangen können!

Anreise

Aus unserer Sicht gibt es zwei Wege den Everglades National Park am besten zu besuchen. Entweder man kommt von Westen von Richtung Naples / Marco Island über Everglades City (Einfahrt: Shark Valley) oder, wie wir diesmal, von Osten über Florida City (Einfahrt: Homestead).

 

Übernachtung:

Übernachtungsmöglichkeiten sind rar. Im Everglades National Parks gibt es keine Lodges. Camping Campgrounds sind natürlich vorhanden. Da wir jedoch keine Camper sind, können wir hierzu keine Tipps geben. Je nach Richtung der Anreise bieten sich die vorgenannten Orte an. Everglades City ist sehr klein und es gibt nur eine überschaubare Anzahl an Motels. Florida City und Homestead haben hier ein wenig mehr Möglichkeiten. Hier sind alle größeren Hotel-/Motelketten vertreten.

Wenn ihr mit dem Auto anreist, bekommt ihr für $25 einen 7-Tage-Pass. Besucht ihr mehrere Nationalparks in einem Urlaub oder bereist häufiger die USA, so wie wir, kann sich ein Jahrespass (Annual Pass) für $80 durchaus lohnen.

Das Schöne am Everglades National Park ist, dass es hier eine Reihe ausgebauter Wege gibt, auf denen man die Natur und die Tiere beobachten kann. Das ist natürlich insbesondere bei der Hitze nicht zu unterschätzen.

Hierbei sind besonders das  Shark Valley und der Anhinga Trail mit seinem Tierreichtum hervorzuheben.

Shark Valley

Das Shark Valley liegt auf dem sogenannten Tamiami Trail. Er bietet eine 24 km lange Rundtour durch den inneren Teil des Everglades National Park. Er ist ca. 35 km von Miami entfernt.

Eine andere Möglichkeit, das Shark Valley zu erkunden, ist ein Plankenweg mit Namen Otter Cave Walk, der durch ein Stück des tropischen Mischwaldes führt und einen Einblick in die Vegetation Floridas bietet. Neben der Möglichkeit Fahrräder auszuleihen, fährt hier auch eine Art Shuttlebus.

      

Anhinga Trail

Der Anhinga Trail bietet einen rund 1200 Meter Rundweg. Dieser ist ebenfalls gut ausgebaut und bietet hier und da ein schattiges Plätzchen zum Verweilen und um Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Mitunter braucht man doch schon sehr viel Geduld, biss ich der ein oder andere Alligator mal bequemt sich zu bewegen.

Insgesamt können von beiden Orten aus Alligatoren, Anhingas, große Fische und Schildkröten aus nächster Nähe beobachtet und natürlich fotografiert werden. Ein großartiger Ort für Wildlife Fotografie.

Alligatoren haben wir wirklich zahlreich an beiden Orten bestaunen können. Anhingas sind auch ein großartiger Anblick: Sie stürzen sich ins Wasser auf kleine Fische, schwimmen unter Wasser und klettern dann ans Ufer, um sich mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne trocknen zu lassen. Mit nassem Gefieder können sie nämlich nicht fliegen.

Anhinga

Der Park beherbergt die einzigen wildlebenden Flamingos in den USA – leider haben wir sie nicht vor die Kamera bekommen. Daneben gibt es an Vögeln noch eine Reihe Wattvögel sowie Pelikan, Kormorane und Störche.

In den Everglades leben zudem auch Waschbären, Schwarzbären, Schlangen, Pumas, einige Schildkröten und weitere Tierarten.

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Jahreszeit, zu der ihr die Everglades besucht. Wir haben schon mit Leuten gesprochen, die keinen einzigen Alligator zu sehen bekommen haben. Das liegt daran, dass es etwa ab Mitte Mai verstärkt zu regnen anfängt. Die Gewässer der Everglades breiten sich aus und die Alligatoren verteilen sich in den Sümpfen. Kommt man hingegen Ende April / Anfang Mai in die Everglades, dann erlebt man das Ende der Trockenzeit. Die Gewässer sind teilweise ausgetrocknet und die Alligatoren sammeln sich in den noch vorhandenen Tümpeln und Wasserläufen. Ein solcher See ist beispielsweise am Ende des Anhinga Trails, dort sind wirklich um diese Jahreszeit Alligatorensichtungen quasi unvermeidbar. Zu jeder Tageszeit.

Die Everglades sind die einzige Region auf der Erde, in der sowohl Alligatoren als auch Krokodile leben. Die Alligatoren sind im gesamten Gebiet verbreitet, doch meiden sie das Salzwasser. Sie meiden die Menschen normalerweise, es sei denn, sie fühlen sich eingeengt oder bedroht. Man sollte hier schon aufpassen wohin man tritt.

Insgesamt sind 350 verschiedene Vogel-, 300 Süß- und Salzwasserfisch-, 40 Säugetier- und 50 Reptilarten nachgewiesen.

Wissenswertes zum Schluss:

  • Wasser

Ihr solltet auf jeden Fall genug Wasser mit Euch führen. Auch wenn da so selbstverständlich erscheint, kann man es nicht oft genug betonen. Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, haben wir immer eine Kühlbox im Wagen mit Getränken. Auch bieten die meisten Visitor Center die Möglichkeit, Trinkbehälter kostenlos mit Trinkwasser aufzufüllen.

  • Verpflegung

Sowohl im Shark Valley als auch am Anhinga Trail befinden sich nur kleine Shops für das Allernötigste. Hier kann man zwar auch Sandwiches, Müsliriegel und Eis kaufen, aber nur in sehr begrenzen Mengen… Darauf verlassen sollte man sich nicht.

  • Sonnenschutz

Gerade in den Sommermonaten ist die Sonnenstrahlung nicht zu unterschätzen. Auch ich als dunkler Hauttyp vergesse gerne mal die Sonnencreme – no go! Eine Kopfbedeckung kann auch nicht schaden.

  • Mückenschutz

Bitte versorgt euch mit Mückenschutz und kauft den vor Ort. Die lokal erhältlichen Mittel wirken am besten gegen die fiesen Moskitos in den Everglades. Im April/Mai ist es noch nicht so schlimm, aber je mehr es Richtung Sommer geht und je schwüler und heißer es wird, desto aggressiver werden die kleinen Biester.

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2022 von Christian

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  1. Melanie says:

    Hallo ihr beiden!
    Wow! Ganz tolle Fotos!!! Jetzt weiß ich endlich, warum wir im Sommer bisher nur so selten einen Alligator zu Gesicht bekommen haben, das war mir neu! Den Tip, das Mückenschutzmittel vor Ort zu kaufen, kann ich nur unterstreichen! In euren Beiträgen merkt man, wie sehr ihr die Zeit drüben genossen habt!!! Ich kann es euch nachempfinden….seufz…

    1. Christian says:

      Liebe Melanie,
      vielen Dank für die lieben Worte. Und ja… wir haben es sehr genossen und können es kaum erwarten, wieder dort hin zu fahren :-)
      Aber das dauert leider noch.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
      Christian

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