Wenn es einen Duft gibt, der mir sofort Fernweh beschert, dann ist es der von frisch gebackenem Hefegebäck in einer gemütlichen schwedischen Küche. Die Backkultur dort ist einfach legendär und fester Bestandteil des täglichen Lebens – und natürlich der heiligen Fika-Pause! Ich gebe zu, ich bin schon etwas süchtig nach skandinavischem Gebäck. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht, dass ich wegen schwedischer Zimtschnecken in New York durchaus 45 Minuten U-Bahn-Fahrt in Kauf genommen habe. Neben den berühmten Kanelbullar, den klassischen Zimtschnecken, und den aromatischen Kardemummabullar, den Kardamomschnecken, gibt es zahlreiche weitere Varianten des beliebten Gebäcks, wie beispielsweise die Blåbärsbullar, die leckeren Blaubeerschnecken.
Eine weitere Variante sind Äppelbullar. Der Name setzt sich aus den schwedischen Wörtern „äpple“ für Apfel und „bullar“ für kleine Hefebrötchen beziehungsweise Hefeteilchen zusammen. Anders als bei den klassischen Kanelbullar wird der Hefeteig zusätzlich mit Äpfeln gefüllt, die beim Backen wunderbar weich und saftig werden. Dabei gibt es nicht das eine verbindliche Rezept für Äppelbullar. Je nach Vorliebe werden die Äpfel fein gewürfelt oder gerieben, mit Zimt und Zucker vermischt oder zunächst in etwas Butter angedünstet. Auch die Form kann variieren: Mal werden die Hefeteilchen zu Schnecken aufgerollt, mal zu kunstvollen Knoten geformt.
Gerade im Herbst sind Äppelbullar eine wunderbare Möglichkeit neben klassischen Apfelkuchen, Äpfel in ein köstliches Hefegebäck zu verwandeln.


Äppelbullar – Schwedische Apfelschnecken mit Zimt und Kardamom
Zutaten
Für den Hefeteig:
- 250 ml Milch kalt
- 75 g weiche Butter
- 60 g Zucker
- 1 Ei Größe M
- 8 g Hefe frisch
- ½ TL Salz
- 1 TL Kardamom optional
- 1 TL Vanillezucker
Für die Füllung:
- 100 g Butter weich
- 50 g brauner Zucker
- 2 TL Zimt
- 2 Äpfel
- 2 EL Zitronensaft
- 1-2 EL Speisestärke
Zum Bestreichen und zur Dekoration:
- 1 Ei Größe M
- 150 ml Apfelsaft naturtrüb
- 50 g Zucker für den Sirup
- 50 g Hagelzucker
Anleitungen
- Die Hefe in der kalten Milch mit 1 TL von dem Zucker auflösen.
- Mehl, Salz, Kardamom, Zucker und Vanillezucker vermengen, die Milch und das Ei dazugeben und etwa 5 Minuten in der Küchenmaschine kneten. Die weiche Butter in Stückchen nach und nach dazugeben und weitere 5 Minuten kneten, bis er sich von den Rändern der Schüssel löst.
- Den Teig in eine eingeölte Schüssel geben, einmal wenden und abgedeckt für 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.
- Dann abgedeckt für 10–12 Stunden in den Kühlschrank stellen (6°C).
- Am nächsten Morgen den Teig bei Raumtemperatur 30–60 Minuten akklimatisieren lassen.
- Während der Teig ruht, die Äpfel schälen, entkernen, vierteln und in kleine Scheibchen schneiden. Mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden, und mit der Speisestärke vermengen.
- Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
- Die Butter mit dem braunen Zucker und dem Zimt vermischen.
- Den Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von ca. 45 x 60cm ausrollen.
- Die Butter dünn und gleichmäßig auf dem ganzen Hefeteig verstreichen.
- Die Apfelscheiben gleichmäßig auf 2/3 des Teigs verteilen und den Teig wie einen Geschäftsbrief falten, also jeweils ein Drittel übereinanderlegen (das Drittel ohne Äpfel zuletzt).
- Den Teig vorsichtig nochmals zu einem Rechteck ausrollen (lange Seite etwa 36cm).
- Den Teig mit einem scharfen Messer in dünne Streifen schneiden (ca. 3cm breit), so dass man 12 Streifen hat.
- Jeden Teigstreifen längst halbieren (am oberen Rand aber zusammen lassen) und ineinander verzwirbeln. Die Teigstränge auf dem Backblech zu Schnecken oder Knoten formen, dabei das lose Ende nach unten einschlagen. Wir haben pro Backblech sechs Knoten gebacken.
- Das Ei verquirlen und die Teigstücke damit bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.
- Die Knoten ca. eine Stunde bei Raumtemperatur abgedeckt gehen lassen.
- Im vorgeheizten Ofen bei Ober-/Unterhitze bei 190°C für ca. 20 Min backen.
- Den Apfelsaft mit dem Zucker erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
- Sofort nach dem Backen mit dem Apfelsirup bestreichen, das gibt einen schönen Glanz und ein tolles Aroma.
Welche Äpfel eignen sich für schwedische Apfelschnecken?
Für Äppelbullar eignen sich besonders aromatische Apfelsorten, die beim Backen weich werden, ohne vollständig zu zerfallen. Eine gute Wahl sind beispielsweise Elstar, Braeburn oder Jonagold. Während Elstar eine angenehme Balance zwischen Süße und Säure mitbringt, sorgt Braeburn für eine etwas kräftigere, säuerliche Note. Wir bevorzugen für unsere Äppelbullar leicht säuerliche Äpfel. Sie bilden einen schönen Kontrast zum süßen Hefeteig und harmonieren hervorragend mit Zimt und Kardamom.
Wichtig ist außerdem, die Äpfel möglichst klein zu schneiden und die Füllung vor dem Aufrollen abkühlen zu lassen. So lässt sich der Hefeteig leichter verarbeiten und die Schnecken behalten beim Backen besser ihre Form. Um ehrlich zu sein, es ist schon teilweise eine Fummelei und die Stücke fallen leicht heraus, wenn sie zu groß sind. Aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.

Tipps für besonders fluffige Äppelbullar
Damit die schwedischen Apfelschnecken schön weich und aromatisch werden, solltest du bei der Zubereitung ein paar Dinge beachten.
- Den Hefeteig ausreichend kneten: Nur so entwickelt er eine elastische Struktur und wird beim Backen wunderbar fluffig.
- Die Apfelfüllung abkühlen lassen: Eine warme Füllung macht den Hefeteig weich und erschwert das Aufrollen.
- Nicht zu viel zusätzliches Mehl verwenden: Der Hefeteig darf leicht weich sein, damit die Schnecken später nicht trocken werden.
- Die Schnecken nicht zu lange backen: Sobald sie eine schöne goldbraune Farbe angenommen haben und durchgebacken sind, sollten sie aus dem Ofen genommen werden.

Zuletzt aktualisiert am 8. November 2026 von Christian