Ensaimada de Mallorca – Mallorquinische Hefeschnecken

7. August 2026

Es gibt wohl kaum ein Gebäck, das so eng mit Mallorca verbunden ist wie die Ensaimada (in Katalonien und Mallorca: Ensaïmada geschrieben). Die luftige Hefeschnecke mit ihrer charakteristischen Spirale gehört seit Jahrhunderten zur balearischen Backtradition und wurde 1996 offiziell als spezifische Bezeichnung und im April 2003 als geografische Angabe geschützt. Für viele Urlauber ist sie der erste kulinarische Genuss nach der Landung – oder das letzte Souvenir vor dem Heimflug. Der ein oder andere hat sich sicherlich schon mal gefragt, was sich in den achteckigen Kartons befindet, die Reisende rasch noch am Flughafen kaufen. Ensaimada schmeckt sowohl zum Frühstück ebenso gut wie zum Nachmittagskaffee und hält überraschend lange frisch..

Mit etwas Geduld lässt sich das traditionelle Gebäck auch zuhause backen. Und da ich bekanntlich eine Vorliebe für Hefeschnecken habe (meist zwar mit Zimt und Kardamom) haben wir Ensaimadas daheim gebacken. Das Geheimnis liegt dabei in einem besonders elastischen Hefeteig, der hauchdünn ausgerollt, mit (Butter-)Schmalz bestrichen und anschließend zu einer lockeren Spirale geformt wird. Während des Backens entstehen die typischen feinen Schichten, die Ensaimadas so unverwechselbar machen. 

Ensaimada de Mallorca

Was genau sind Ensaimadas?

Ensaimada ist ein traditionelles Hefegebäck von der spanischen Insel Mallorca. Ihr Name leitet sich vom mallorquinischen Wort „saïm“ ab, das Schweineschmalz bedeutet – eine der wichtigsten Zutaten des Originalrezepts. Das Schmalz sorgt für die feinen, zarten Teigschichten und den typischen Geschmack. Wir haben uns jedoch für die Verwendung von hochwertigem Butterschmalz entschieden, mit dem ebenfalls die typische leichte und faserige Struktur der traditionellen Ensaimada gelingt. Manche benutzen stattdessen auch Butter, obgleich hier die Konsistenz natürlich eine etwas andere ist bzw. der Geschmack reichhaltiger wird.

Neben der klassischen Variante mit Puderzucker gibt es zahlreiche gefüllte Versionen, beispielsweise mit Vanillecreme, Schokolade, Aprikosenmarmelade oder Cabello de Ángel. Cabello de Ángel bedeutet im Spanischen „Engelshaar“ und ist eine süße, fadenförmige Marmelade aus dem Fruchtfleisch des Feigenblatt-Kürbisses. Sie wird vor allem in Spanien und Lateinamerika gerne als traditionelle Gebäckfüllung verwendet.

Wir haben uns heute für eine Füllung mit einem feinen Orangenaroma entschieden. Es ist eine kompakte Patisserie-Creme, die aber mit Orangenschale statt Vanille aromatisiert ist. Orangen sind in Mallorca zu Hause, beispielsweise ist das „Tal der Orangen“ rund um die Kleinstadt Sóller ein beliebter Ausflugsort. Die Orangenschale in der Füllung verfeinert das Gebäck und gibt dem Hefeteig einen besonderen Duft.  

Ensaimada de Mallorca

Ensaimada de Mallorca ist ein traditionelles Hefegebäck der Balearen. Entdecke das klassische Rezept mit Tipps für eine besonders lockere und luftige Konsistenz.
Portionen 8 Stück
Vorbereitungszeit 1 Stunde 10 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Ruhezeit 17 Stunden 10 Minuten
Gesamtzeit 18 Stunden 35 Minuten

Kochutensilien

Zutaten
  

Für den Teig:

  • 500 g Mehl Type 550
  • 150 ml Wasser lauwarm
  • 12 g Hefe frisch
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier Größe M
  • 6 g Salz
  • 50 g Butterschmalz Zimmertemperatur

Zum Bestreichen:

  • 160 g Butterschmalz Zimmertemperatur

Für die Füllung:

  • 250 ml Milch
  • Orangenschale Abrieb von einer unbehandelten Orange
  • 2 Eigelb
  • 45 g Zucker
  • 25 g Speisestärke
  • 1 Prise Prise Salz
  • ½ TL Orangenextrakt nach Geschmack
  • 10 g Butter

Zum Bestäuben:

  • 2-3 EL Puderzucker

Anleitungen
 

Zubereitung der Füllung:

  • Die Milch in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und die Orangenschale dazugeben. Bis zum Siedepunkt erhitzen, vom Herd nehmen und ca. 10 Minuten stehen lassen, damit die Orangenschale die Milch aromatisiert.
  • In einer Schüssel die Eigelbe mit dem Zucker, Salz und der Speisestärke verrühren. Die Milch wieder erhitzen und von der heißen Milch nach und nach einige Löffel zur Eigelbmasse geben und glattrühren. Die Eigelbmasse in den Topf zur Milch geben und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Die Creme muss deutlich andicken. Man braucht später eine Creme mit der Konsistenz eines kompakten Puddings, damit man sie auf den Teig spritzen kann und damit beim Backen nichts ausläuft.
  • Sobald die Creme angedickt ist, den Topf vom Herd nehmen und die Butter hinzufügen und glattrühren. Die Creme abschmecken und ggf. mit etwas Orangenextrakt verfeinern. In eine Schüssel umfüllen und die Oberseite mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine „Haut“ bildet. Die Creme muss jetzt vollständig durchkühlen, am besten über Nacht. Daher bietet es sich an, die Creme am Vortag zuzubereiten.

Zubereitung des Teigs:

  • Die frische Hefe ins lauwarme Wasser zerbröseln und auflösen. In die Schüssel einer Küchenmaschine das Mehl geben und das Hefewasser dazu gießen. Zucker, Eier und Salz hinzufügen und bei niedrigster Stufe mit dem Knethaken kneten. Sobald ein homogener Teig entstanden ist, das Butterschmalz in 2-3 Portionen hinzugeben und insgesamt ca. 10-12 Minuten kneten, bis der Teig elastisch und glatt ist und sich vom Boden der Schüssel löst.
  • Den Teig anschließend in eine eingeölte große Schüssel geben, einmal wenden und abgedeckt über Nacht im Kühlschrank (6°C) stehen lassen (ca. 14 Stunden).
  • Am nächsten Tag den Teig vor der weiteren Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 1 Stunde bei Raumtemperatur zugedeckt stehen lassen. Der Teig wird sich anfangs noch etwas kühl und fest anfühlen, aber das hilft bei der Verarbeitung und beim Aufrollen sehr.
  • Den Teig in 8 gleich große Stücke teilen.
  • 2 Backbleche mit Backpapier ausgelegen. Eine Arbeitsplatte leicht einölen und die Teigstücke nacheinander in längliche Rechtecke ausrollen. Den Teig nach dem Ausrollen mit den Händen vorsichtig weiter dünn ausziehen, so dass er fast durchsichtig wird (ähnlich wie Strudelteig).
  • Den Teig ggf. an den Rändern etwas zurechtschneiden, dass man gerade Kanten hat (unsere Rechtecke waren ca. 30cm lang und ca. 12 cm breit).
  • Den ausgerollten Teig mit einer kleinen Palette ganz dünn und gleichmäßig mit dem Butterschmalz bestreichen.
  • Die Creme in einen Spritzbeutel füllen und mit einer kleinen Spritztülle an der Längsseite des Teigs als dünnen Streifen aufspritzen (Durchmesser ca.1 cm). Dabei sollte man einen Abstand von ca. 2cm zum Rand lassen.
  • Den Teig vom langen Rand (die Seite mit den 2cm) zunächst sorgfältig um den Cremestreifen legen und leicht andrücken. Dann so stramm wie möglich zu einer langen Rolle aufrollen. Die Rolle vorsichtig an beiden Enden nehmen und gegenläufig ein wenig eindrehen. Ein, zwei sanfte Umdrehungen reichen.  Dadurch wandert die Naht spiralförmig um die ganze Rolle herum, was der Ensaimada den charakteristischen „gedrehten“ Look gibt. Der Teig hat etwas Spannung, daher die Rolle noch leicht in die Länge dehnen und auf dem Backblech zu einer sehr lockeren Spirale formen. Bei den Windungen sollte ca. 1 cm Abstand sein, damit der Teig beim Gehen Platz hat. Die Ensaimadas sollen beim Gehen und Backen nicht wie ein Vulkan in die Höhe gehen, sondern weiterhin als flache Spirale liegen bleiben.
  • Auf jedes Blech 4 Teigschnecken legen und abgedeckt ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Vor dem Backen ggf. das äußere Ende der Schnecke etwas andrücken, damit es nicht absteht.
  • Den Backofen auf 180°C vorheizen (Ober-/Unterhitze). Die Ensaimadas auf mittlerer Schiene ca. 15 Minuten backen, ggf. mit Alufolie abdecken, falls sie zu schnell braun werden.
  • Nach dem Backen auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Am besten frisch genießen!
Autor: Christian Kutschka
Gericht: Gebäck
Küche: Spanisch
Keyword: Balearen, Hefegebäck, Hefeknoten, Mallorca, Spanien
Ensaimada de Mallorca

Unsere Tipps

  • Verwende einen möglichst eiweißreichen Weizenmehltyp (550 oder Manitoba-Mehl).
  • Am zweiten Tag können die Ensaimadas kurz im Ofen aufgebacken werden – dadurch werden sie wieder wunderbar locker.
  • Der Teig sollte sehr lange mit der Küchenmaschine geknetet werden, damit sich ein stabiles Glutengerüst entwickelt.
  • Rolle den Teig so dünn aus, dass er fast durchsichtig ist.
  • Lasse zwischen den einzelnen Windungen etwas Abstand – während der Gare wächst der Teig zusammen.
  • Die lange Gehzeit sorgt für die typisch luftige Struktur. Das Warten lohnt sich definitiv.
Ensaimada de Mallorca

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Zuletzt aktualisiert am 7. August 2026 von Christian

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