Die Geschichte beginnt mit einem Huhn von Ella Risbridger (Rezension)

15. Januar 2021

(Werbung / Rezension / Gewinnspiel)
Wie der schon der Titel „Die Geschichte beginnt mit einem Huhn“ erahnen lässt, handelt es sich nicht um ein herkömmliches Kochbuch. Selten bringen einen Kochbücher so zum Lachen wie das Buch von Ella Risbridger. Hier geht es um Lebensfreude, Mut, Spaß am Kochen und Genuss.

Das Buch

Die Geschichten sind sehr persönliche und berührende Erzählungen der Autorin über ihren Weg vom wieder Aufstehen und leben wollen. Der Untertitel lautet daher „Rezepte, für die es sich zu leben lohnt“. Und das soll keineswegs eine Aussage darüber sein, dass das Nachkochen irgendwie kompliziert oder revolutionär werden könnte. Die Gerichte, so schreibt die Autorin, verzeihen es einem, wenn man sie zwischendurch mal kurz vergisst oder wenn man es mit dem Wiegen und Abmessen nicht so genau nimmt. Und man kann sie ohne Weiteres beschwipst nachkochen.

Eine wichtige Rolle im Buch spielt der Große Mann, der einen ganz entscheidenden Anteil daran hatte, Genuss und Kochen miteinander zu verbinden und zu einem Höhepunkt des Alltags zu machen. Kochbuchautoren bedanken ist ja immer ganz lieb für die Unterstützung der Familie und so weiter. Ella Risbridger schreibt aber auch sehr erfrischend, dass der Große Mann ihr nie verziehen hätte, wie sie die Küche mit brodelndem, flüssigen Schweineschmalz überzogen hat. Um zwei Uhr morgens.

Rezepte

Das Buch „Die Geschichte beginnt mit einem Huhn“ ist in die Kapitel In der Küche und Frühstück, Suppe & Brot, Picknicks & Pack-ups, Vorratsschrankgerichte & Mitternachtsgelage, Wochenendküche und Süße Sachen aufgeteilt und enthält über 80 Rezepte.

In der Küche und Frühstück

Hier geht es um alles, was man zum Kochen braucht. Und das ist herzlich wenig an Ausrüstung, denn die Rezepte kann wirklich jeder nachkochen, ohne sich erst eine teure Ausstattung oder eine größere Küche zulegen zu müssen. Frühstück beginnt mit einem ebenfalls gutem Rat für den Morgen: Wie auch immer du ihn beginnst, nimm dein Getränk mit zurück ins Bett. Abgesehen davon enthält es Frühstücksgerichte für Wochenenden und Werktage, Sommer und Winter und tolle Anregungen, damit jeder Tag ein wenig besonderer und besser wird. Drop Scones mit Butterscotch-Sauce, Mardi-Gras-Pfannkuchen und Ungehörige Beeren-Crumble-Muffins mit gebräunter Butter laden zu einem herrlich entspannten Tag ein.

Suppe & Brot

In Suppe & Brot sind köstliche Rezepte für Suppen wie Erbsengrüne Misosuppe und Rauchige Rote-Bete-Pistazien-Suppe sowie Beschwipste Amaretto-Kürbis-Suppe (wir sind ja Freunde von farbenfrohen Suppen). Bei den Brotrezepten finden sich ein Maslen-Brot und Böse-Stiefmutter-Brot. Letzteres hat eindeutig mit Magie zu tun, brachte doch die Stiefmutter aus Polen ein geheimes Gläschen mit, was über Generationen das Schwarzbrot der Familie säuerte….

Picknicks & Pack-ups

Weil Essen im Freien besser schmecken soll, gibt es ein spezielles Kapitel für Picknicks & Pack-ups. Mich sprechen da sehr die Trashigen Ingwerbier-Hähnchenschenkel an, und wenn sie genau so schmecken, als kämen sie aus einem Food-Truck, dann nehmen wir sie gerne in unser Repertoire auf.

Vorratsschrankgerichte & Mitternachtsgelage

Vorratsschrankgerichte & Mitternachtsgelage sind eine wahre Fundgrube – Notfallrisotto, (Nicht ganz) Chao Xa Ga und Muss-weg-Minestrone klingen ganz nach einem Sonntagabend, an dem man nicht mehr raus will und im Übrigen auch hierzulande nichts einkaufen kann. Es folgt die Wochenendküche mit der Art von Rezepten, für die man etwas mehr Zeit aufwenden muss. Die Eheglück-Wurstpasta klingt großartig. Und das Anfänger-Hühnchencurry, für Harry, auch, vor allem wegen der sehr aufrichtigen Hinweise, es sei in keiner Weise authentisch.

Süße Sachen

Süße Sachen sind Nachtische, die auf maximalen Genuss und minimale Anstrengung ausgelegt sind. Whiskey-und-Rye-Blondies, Marmorierte Rhabarber-Ingwer-Eiscreme und Weihnachtskuchen mit Walnüssen, Clementinen und Kardamom sind hier zu finden.

Aufmachung

„Die Geschichte beginnt mit einem Huhn“ ist hochwertig aufgemacht mit einem robusten Hardcover und einer in gold-matt geprägten Überschrift. Es enthält zwar keine Fotos der Gerichte, dafür aber ansprechende Aquarelle von Elisa Cunningham. Es handelt sich bereits um die 2. Auflage; ursprünglich ist das Buch in Großbritannien unter dem Titel „Midnight Chicken“ erschienen. Es ist ein Lese-Kochbuch auf fast 300 Seiten, das jeden anspricht, der auch in einem Kochbuch wundervoll geschriebene Texte zu schätzen weiß und mal etwas anderes haben oder verschenken möchte als eine reine Rezeptsammlung.

Über die Autorin

Ella Risbridger ist niemand, dem das Kochen in die Wiege gelegt wurde, und ihr beruflicher Werdegang führte sie auch nicht gleich in eine Küche. Sie studierte vergleichende Literatur und schrieb u. a. für The Guardian und The Observer. Sie lebt in South London.

Die Regeln, die sie den Lesern ans Herz legt, sind einfach zu befolgen, haben eine große Wirkung und sind ein guter Abschluss an dieser Stelle:

  1. Salz dein Pastawasser.
  2. Nimm im Zweifelsfall Butter.
  3. Mach einfach weiter.

Das haben wir nachgekocht

Natürlich haben wir auch aus diesem Buch ein Rezept nachgekocht. Passend zur nasskalten Jahreszeit hatte es uns besonders diese rauchige Rote-Bete-Pistazien-Suppe angetan, die wir gleich mal ausprobieren mussten. Um der Besonderheit dieses Buches gerecht zu werden, haben wir auch den Zubereitungstext unverändert aus dem Buch übernommen.

Die Geschichte beginnt mit einem Huhn von Ella Risbridger (Rezension)

Rauchige Rote-Bete-Pistazien-Suppe

Zutaten:

  • 4 Rote Beten
  • 2 rote Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 4 EL ungesalzene Pistazienkerne ohne Schale
  • 1 EL Olivenöl
  • 10g etwa 1 Handvoll getrocknete Platte (ich mag gerne Pfifferlinge)
  • 500 ml kochendes Wasser
  • 250 ml Milch
  • 1 EL schwarze Pfefferkörner
  • 1 Spritzer Sahne (optional)
  • 1 kleines Stück Parmesan
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 180° C vorheizen. 
  2. Grab deine Roten Beten aus, entweder aus dem Gemüsefach des Kühlschranks oder aus der Erde, und schrubb sie unter kaltem Wasser kräftig ab. Bei dieser Suppe lasse ich die Schale immer dran, sowohl wegen der Nährstoffe als auch aus Faulheit: Rote Bete schälen ist eine ziemliche Sauerei, und im Standmixer kommt ohnehin alles durcheinander. Aber falls du sie lieber schälst, dann schäl sie, und deine Suppe wird noch samtiger.
  3. Schäl die Zwiebeln und schneid sie in Viertel, dann leg sie und die Roten Beten in eine ofenfeste Form oder einen Bräter mit Deckel: ich nehme immer meine alte Lieblingsbackform und eine zweite Backform (eigentlich das Unterteil der Grillpfanne, ohne den Grillrost) als Deckel oben drüber. Mit der Hälfte der Pistazien bestreuen und sehr, sehr großzügig Pfeffer darübermahlen. Mit Olivenöl beträufeln, zudecken, und ab geht’s in den Ofen.
  4. Während das Gemüse brät, die Pilze in eine hitzefeste Schüssel geben, das kochende Wasser darübergießen und die Pilze einweichen.
  5. Nachdem Rote Bete und Zwiebeln 1 ½ Stunden im Ofen waren, nachsehen, ob sie fertig sind: Sie sollten annähernd verbrannt aussehen, aber nicht im schlimmen Sinne; tun sie das nicht, nimm den Deckel ab und schieb sie für weitere 10 Minuten in den Ofen. Sämtliche komplett verbrannten Teile ignorieren, alles direkt in den Mixer geben und auf höchster Stufe 4-5 Minuten pürieren. Es soll so sämig wie möglich werden.
  6. Das Einweichwasser der Pilze ganz langsam in den weiterlaufenden Mixer gießen. Du kannst auch die eingeweichten Pilze zugeben, wenn du willst, aber ich tue es meistens nicht: Sie können ein bisschen gummiartig werden, und im Grunde liebe ich vor allem in die Flüssigkeit. Während Pilzflüssigkeit und rote Beete miteinander Bekanntschaft schließen (etwa 2 Minuten), die Milch in einem kleinen Topf erhitzen und auch in den Mixer geben. Langsam, langsam, nicht alles auf einmal, sonst schwappt alles aus dem Mixer aus, falls deiner so ähnlich ist wie meiner.
  7. Wenn die Suppe glatt püriert ist, in einen Topf schütten, bei niedriger Temperatur erhitzen und den Mixer augenblicklich auswaschen, denn Rote Bete klebt wie verrückt. Während die Suppe langsam heiß wird, die Pfefferkörner und den Rest der Pistazien im Mörser grob zerstoßen.
  8. Die Suppe jetzt abschmecken und eventuell salzen: du brauchst jetzt weniger, als wenn du sie zuvor gesalzen hättest. Auf Teller verteilen und eine winzigen Spritzer Sahne einquirlen (wenn du magst). Wenn es gut wie im Restaurant aussehen soll, gib die Sahne mit einem Löffel in die Mitte und zieh sie mit einem Löffel durch die Suppe. Streu die Pistazien-Pfeffer-Mischung in eine Linie quer über den Teller, mitten durch das hübsche Sahnemuster, und stäub dann ganz fein geriebenen Parmesan darüber. Schau, wie unglaublich schön das aussieht. Servieren und das dunkle Brennen der Novembererde spüren, den modrigen Geschmack des Spätherbsts und den scharfen Biss des Pfeffers. Du fühlst dich gewärmt, als würdest du auf freiem Feld an einem Funkenfeuer sitzen, vor dir die hoch auf lodernden Flammen, neben dir deine besten Freunde, und die ganze Welt wartet auf dich.

Die Geschichte beginnt mit einem Huhn von Ella Risbridger (Rezension)

Gewinnspiel

Wir hoffen wir konnten Euch mit unserer Rezension ein wenig neugierig auf dieses außergewöhnliche Kochbuch machen. Und das allerbeste ist, ihr könnt 1 Exemplar des Buches „Die Geschichte beginnt mit einem Huhn“ von Ella Risbridger gewinnen.
Die Teilnahme ist recht einfach. Schreibt uns bitte in die Kommentarfunktion welches Gericht Euch aufmuntert.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier: Teilnahmebedingungen Gewinnspiel
Das Gewinnspiel startet ab Einstellung des Blogposts und endet am Freitag den 22.01.2021 um 23.59 Uhr.
Wir wünschen Euch viel Glück. Die Benachrichtigung erfolgt per PN.

Das Buch „Die Geschichte beginnt mit einem Huhn“ von Ella Risbridger wurde uns freundlicherweise zur Rezension vom Callwey-Verlag zur Verfügung gestellt. Es hat keinerlei Einfluss auf meinen obigen Text genommen, da diese Rezension meinen persönlichen Eindruck und meine Meinung wiedergibt.
Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die Zurverfügungstellung dieses Buches. Es war uns eine große Freude es zu lesen und zu rezensieren.

Weitere Buchrezension findet Ihr auf unserem Blog unter dem Begriff Rezensionen.

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  1. Das Buch hört sich ja großartig an! Aufmunternd sind für mich jegliche Pasta Gerichte, denn nur Nudeln machen glücklich :-)
    Am liebsten mit Spinat und Knobi.
    Viele Grüße
    Petra

  2. Lachen und lecker kochen. Was will man mehr? Die Ungehörige Beeren-Crumble-Muffins mit gebräunter Butter und dann mit starkem Kaffe zurück ins Bett – was für eine herrlich aufmunternde Vorstellung.

  3. Wow, das Buch sieht super aus und hört sich toll an. Dazu sieht die Suppe toll aus :).

    Schöne Grüße Volker

  4. nina theis says:

    Soulfood ist für mich EIn- und Schmortöpfe aller Art!

  5. Dagmar Lesser says:

    Für mich ist Knedlo, zelo ,vepřo, (Böhmische Knödel, Braten und Sauerkraut) mit einem Glas Pilsner Urquell ein Stück Glück hier auf der Erde… ☺

  6. Karin Walter says:

    Käsespätzle mit Röstzwiebeln muntern mich immer auf.
    Besonders im verrückten Corona-Lockdown-Verlauf
    sehne ich mich, wenn der Tag wieder scheinbar nur in Zeitlupe verrinnt,
    nach einer kulinarischen Geschichte, die mit einem Huhn beginnt!

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